History:Der Pfad des Feuers

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Der Pfad des Feuers

von Fussel 980


Vor langer, langer Zeit war die Welt von Azeroth in Gefahr. Der Krieg gegen Arthas, auch als Lichkönig bekannt, hatte viele ausgelaugt. Doch schon kurz nachdem der Lichkönig gefallen war, kam das nächste Unheil. Viele Jahre vor Arthas gab es ein Wesen, dass noch viel mächtiger und schrecklicher war. Es nannte sich Todesschwinge. Daher wurde es in eine andere Welt verbannt, zu der ein tiefer, tiefer Strudel führte, der Mahlstrom.

Er wurde vor vielen tausenden Jahren verschlossen. Doch dann wurde Todesschwinge wieder so mächtig, dass er aus dieser verbannenden Welt entfliehen konnte. Dadurch kam es zu einem übertritt der Elementare aus deren Welt nach Azeroth. Und alles hatte sich verändert. Nichts blieb mehr wie es mal war, die Elementare änderten alles. Alt bekannte Gebiete wurden überflutet oder sogar entzweit. Darüber wachte Todesschwinge bis zu einer erneuten Verbannung.

In Uldum, dort wo die Wüste herrschte, hatten die Wächter des Hyjal und die Wächter von Ramkahen dafür gesorgt, dass Todesschwinge in einem verlorenen Tempel begraben wurde. Seit dem herrschte Frieden in Azeroth. Der Krieg endete.

Doch nun, circa dreitausend Jahre später machten sich Forscher von Orgrimmar auf den Weg, um das längst vergessene Uldum zu erforschen. Und ich stand unter ihnen. Ein unbedeutender Schamane vom Stamm der Dunkelspeertrolle.

So standen wir auf einem Zeppelin und beobachten, wie sich so langsam diese riesige, weite Wüste erhob. Es war, als ob dort nie Leben geherrscht hatte. Alles ein einziger Sandkasten. Unser Forschungsleiter war gleichzeitig mein Vorgesetzter. Sar’jin, ein Nachkomme des Vol’jin und somit Anführer der Dunkelspeertrolle, war mein Forschungsleiter, Vorgesetzter und Geliebter. Doch ich habe mir vorgenommen, ihm nie ein Wort meiner Zuneigung auszusprechen.

,,Dronadio! Komm bitte mal her!”, so ertönte die wunderbare Stimme von Sar’jin und ich schaute benebelt in seine Richtung.

,,Ähh..ähm. Ja, ich komme sofort, Chef!” Mein Hals war trocken, er wollte, dass gerade ich zu ihm komme. Mein Herz schlug höher und ich näherte mich dem attraktiven, jungen Troll, dessen rote, abstehende Mähne vom Wind aufgefrischt wurde. Ich bekam es nur sehr schwer auf die Reihe, ihm etwas Normales zu sagen. ,,Was.. was gibt es, Chef?”

Er sah mich an, als ob er wüsste, was in mir vorging. Daraufhin kam er näher zu mir ran und strich mir durch mein sanftes, blaues Haar.

„Du sollst mich doch nicht Chef nennen, Dronadio. Dafür kennen wir uns schon zu lange.” Er sah mir direkt in die Augen und fing an zu lächeln. Als ich seinen Blick erwiderte, verlor ich mich in seinen wunderschönen, braunen Augen, die neben der bläulichen Haut hervorstachen.

Ich weiß nicht mehr, wie lange wir so dastanden, aber es fühlte sich gut an, bis eine mir vertraute Stimme in den Ohren unsrer erklang: ,,Sar’jin! Wir haben wichtigeres zu tun, als uns um diesen kleinen Troll zu kümmern! Uldum liegt vor uns und es gibt eine Menge zu tun!” Wir wussten alle, dass sie Recht hatte. Auch wenn ich Worte aus dem Mund dieser Person nur schwer glauben kann. Sie war eine attraktive Blutelfe. Ihr Name war Marison. Sie schenkte ihre Aufmerksamkeit immer nur Sar’jin. Sie wusste, wie viel er mir bedeutete.

,,Ja, Marison. Du hast natürlich Recht. Wie immer.” Sar’jin lachte. Und ich fühlte mich abgelehnt, am liebsten würde ich dieses Wesen mit dem perfekt geformten Körper, den blonden, langen Haaren und den grünen Augen einfach aus dem Zeppelin werfen. Doch ich riss mich zusammen.

Angekommen auf dem Sand der verschütteten Welt der Ramkahen, ließen wir vorerst die Erdelementare, die die anderen Schamanen und ich beherrschten, den Sand verschwinden. Bis wir zu einem alten Tempel kamen, er war riesig.

,,Wow”, kam nur aus meinem Halse. Der Rest der Truppe konnte meinem Ausspruch der Bewunderung nur zustimmen.

Sar’jin kam zu mir, schaute mir auf wunderbare Art und Weise in die Augen, während ich wieder in seinen versank. ,,Dronadio, du bist die oberste Schamanin hier, bitte sorge dafür, dass die Elementare vorsichtig den Tempel öffnen, es darf nichts schief laufen! Verstehst du? Es ist wichtig, okay?” Ich wusste, dass er mir etwas zugesprochen hatte, doch ich war zu versunken in seinem wunderschönen Blick, dass ich ihm nicht zuhören konnte.

Da ich nicht wusste, was er sagte, erahnte ich es mir und stimmte ihm stumm zu. Die Elementare der anderen Schamanen und mir öffneten so vorsichtig es ging den Tempel und betraten ihn zuerst. Wir folgten ihnen. Dicht bei Sar’jin aufhaltend betrat ich einen großen, weiten Raum im Inneren des Tempels und sah sofort die riesigen Statuen in den Ecken von diesem wunderschönen Raum. Sie waren riesige Abbilde vom Prinz Krahen, unter welchem damals Todesschwinge besiegt wurde.

,,Ich denke, dies ist ein Andenken an den Prinzen, als Ehre dafür, dass er für Frieden in Azeroth gesorgt hat.”, sprach diese wunderbare Person neben mir, die ich einfach an mich pressen und umarmen möchte.

Gedankenversunken an Sar’jin murmelte ich etwas leise vor mich hin: ,,Ich liebe dich. Mensch, Troll, merk es doch endlich!” Sar’jin stand neben mir und schaute mich verwirrt an. Doch ich merkte erst sehr viel später, dass das was ich unbedachter Weise von mir gab, noch Folgen haben würde, doch nun war vorerst die Arbeit wichtiger. ,,Lass uns doch mal in den anderen Raum des Tempels vordringen!”, sprach ich vor lauter Neugier. Ohne auch nur ansatzweise auf eine Antwort anderer zu warten, ging ich zu dem verschütteten Eingang des zweiten Raumes.

,,Kleiner Elementar, hilf mir die Tür zu öffnen.”, befahl ich freudig meinem kleinen Begleiter. Nach kurzen Bemühungen und Stabschwüngen war die Tür geöffnet. Ich betrat die vier Wände die sich in diesem riesigen Tempel befanden und erschrak. Ich plumpste verstört und schockiert zu Boden. Nein! Das.. nein. Ich konnte meine Gedanken nicht mehr sammeln und war wie gelähmt.

Hinter mir schrie ebenfalls geschockt die wundervollste Stimme, die sich auch in den schlimmsten Momenten noch schön anhörte: ,,Dronadio! Nein! Weg da, das ist [...]” Mehr konnte ich nicht mehr von Sar’jins Worten hören, mir wurde schwarz vor Augen.

Einige Tage darauf kam ich in Sen’jin, der Hauptstadt der Trolle, so langsam wieder zu mir. Doch ich wusste schon nicht mehr, was geschehen war. Plötzlich merkte ich, dass etwas meine rechte Hand festhielt. Ich drehte meinen dröhnenden Kopf sanft nach rechts und erblickte einen Sar’jin, wie ich ihn noch nicht kannte. Sein Blick war schwach, er sah sehr ermüdet aus.

,,S.. Sar.. Sar’jin! Ich...”, ich brach ab. Meine Kräfte verließen mich erneut. Ich war bei Bewusstsein, doch ich war nicht stark genug, etwas von mir zu geben. Sar’jin sah mich freudig, sowie besorgt an. Er legte seinen Finger auf seine wunderbaren Lippen, um anzudeuten, dass ich nicht weiter sprechen solle.

,,Ruh dich erst einmal aus. Morgen sieht die Welt gleich wieder ganz anders aus.”, sprach er in einem weichen, sanften Ton zu mir, der mich dazu verleiten würde, meine Lippen auf seine zu pressen, doch ich war zu schwach, mich zu bewegen.

,,Ich… Was…?” Sar’jin ließ mich nicht zu Ende sprechen, da er wusste, was ich fragen wollte und sich darum kümmerte, dass ich mich nicht überanstrengte. ,,Wir waren im Tempel, erinnerst du dich?”, er brach kurz ab um auf mein Nicken zu warten, das er bekam. “Du bist in den zweiten Raum in diesem Tempel gegangen, aus lauter Neugier. Das sah so süß aus, dass ich dir gefolgt bin. In dem Raum war Todesschwinge, doch er schlief. Ich glaube, du bist schwach geworden, weil man es ihm nicht ansah. Er sah so boshaft und mörderisch wie zuvor auch aus. Was der wohl träumte…”

Sar’jin sah mit seinen funkelnden Augen in die meine und mein Herz raste.

,,Ich bin froh, dass es dir wieder besser geht. Was würde ich wohl sonst ohne meine beste Freundin machen?” Ein Stich ins Herz. BESTE FREUNDIN? Nein. Nein, bitte nicht. Freundschaft. Nein. Das konnte ich einfach nicht. Nicht unter diesen Umständen. Ich liebe ihn! Doch bin ich für ihn nichts Weiteres als eine einfache freundschaftlich Bekannte, mit der er machen kann was er will? Ich wusste es nicht. Es war einfach nicht zu ertragen. Ich wollte sterben. Das war für mich, als ob eine Welt zusammenbrach. Ich konnte nicht mehr mit ihm befreundet sein.

,,B.. beste Freundin? Bin ich das für dich?”, brach aus meinen Gedanken heraus.

,,Ja, aber natürlich. Meine beste Freundin! Und nichts anderes, für immer!” Nach dieser Aussage war ich getroffen. Bitte, Körper, du sollest versagen! Ich hatte mir gewünscht, zu sterben. Doch selbst dafür bin ich zu blöd gewesen. Ich konnte ihm schlecht sagen, dass mich dies hart traf. Er sollte niemals davon wissen, wie sehr er mir bedeutete! Natürlich wusste er, dass ich mehr von ihm will. Doch wie viel konnte ich ihm nicht sagen. Er war niemand, der so viel von einem weiblichen Wesen verlangen konnte. Ich wusste, dass das nicht so weitergehen konnte.

Keine zwei Tage später waren Hexendoktoren nach Sen’jin zurückgekehrt. Ich horchte ihrem Gespräch. ,,Du weißt, was das für Konsequenzen das haben wird? Ich kann dich nicht unbemerkt in den Flammenschlund zum Pfad des Feuers schicken, wenn wir nicht noch jemanden finden, der mitkommt!”, sprach einer und weckte meine Aufmerksamkeit. Flammenschlund? Laut Mythen kommen die, die den Pfad des Feuers betreten, nie wieder zurück. Ich lauschte dem Gespräch weiterhin. ,,Aber wer sollte mitkommen? Niemand stirbt freiwillig!” Bei diesem Satz sprang ich auf und erklärte mich bereit, den Hexendoktoren zu helfen. Sie waren einverstanden.

So machte ich mich daran, einen Abschiedsbrief zu schreiben, vor allem an Sar’jin.

,,Hallo liebe Freunde! Hallo Sar’jin…

Hiermit möchte ich mich recht herzlich von euch verabschieden. Ich werde mit den Hexendoktoren den Flammenschlund betreten und nie wieder zurückkehren. Ihr fragt euch sicherlich, welche Gründe mich dazu bewegen, dies zu tun. Doch ich habe einen Bewegenden! Sar’ jin, du sagtest, ich bin deine beste Freundin. Doch, das kann ich nicht. Ich liebe dich!

Mehr, als nur als bester Freund, mehr als nur freundschaftlich. Weniger als eine Bindung mit dir konnte ich nicht mehr aushalten. Doch ich weiß, dass dies an Unmöglichkeit grenzt, daher, lebe wohl, geliebter Sar’jin!

Ich liebe dich und werde für immer dein Leben bewachen,

Dronadio..”

Ich ließ den Brief auf meinen Schlafplatz in meinem Gemach fallen und ging zu den Hexendoktoren. ,,Lasst uns gehen!” Und ich ging mit den Hexenmeistern den Pfad des Feuers. Ich ward nie wieder gesehen. Ich war tot. Nach meinem Lauf in den Tod habe ich beobachtet, wie Sar’jin reagiert.

,,Dronadio? Hat jemand Dronadio gesehen?”, hörte ich seine besorgte Stimme schreien. Ich konnte meine Tränen nicht zurück halten, es tat so weh, ihn zu sehen ohne bei ihm zu sein.

Sar’jin lief die Treppen hinauf zu meinem Gemach und riss mit Wucht die Tür auf. Er sah den Zettel auf meinem Bett liegen und nahm ihn verzweifelt sowie ruckartig den Brief und las. Ich blickte durch meine vertränten Augen in sein Gesicht und sah seine Reaktion. ,,NEIN! Dronadio, nein! Sag, dass das nicht wahr ist! NEIN!” Sar’jin verspürte einen Misch aus Trauer und Wut. Er warf den Zettel zu Boden und schmiss mein Bücherregal um. Ich konnte nicht mit ansehen, wie es ihn fertig machte. Somit verkroch ich mich und war wie ausgelöscht. Sar’jin wird wahrscheinlich noch heute nicht verstehen, warum ich das tun musste.


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